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Kastenwagenauswahl und Suche:

Welchen Kastenwagen also nehmen? Wir suchen die Campingmessen nach Anbietern, Individualausbauern und Basisfahrzeugen ab. Kastenwagenausbauer gibt's zwar jede Menge, aber entweder bauen sie unserer Meinung nach qualitativ nicht dem preis entsprechend oder sie sind zu unflexibel, was individuelle Lösungen anbelangt. Auf der CMT in Stuttgart bekomme ich sogar vom Firmenchef eines Standardausbauers bei uns um die Ecke, auf die Frage, ob man nicht vielleicht am Grundriß eine Kleinigkeit ändern könne, eine dermaßen pampige Antwort, daß mein Bedarf an Information von diesem Stand völlig gedeckt ist. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Pläne mit einem richigen Individualisten zu besprechen, der sich von der "Stange" wohlwollend abhebt. Hierzu sollte man sich aber zu allererst im Klaren sein, welches Fahrzeug die Basis stellen soll. Also ging die Suche in die zweite Runde.

Fiat Duacto? Wird viel genutzt - gerade als Standard-WoMo Chassis, aber Frontantrieb und für unsere Vorstellungen einfach einen halben Meter zu kurz - selbst mit langem Radstand. Außerdem gibt's für ihn laut meinen Suchergebnissen niemanden, der ein GFK-Hochdach anbietet, in das man auch ein Doppelbett verbauen kann.

Opel Movano, Renault Traffic und Co.? Alle vom selben Schlag und noch kleiner als der Ducato - also auch nix.

Eine Nummer Größer sind wir beim Iveco Daily. Tolles Auto, vor allem mit Superhochdach und Zwillingsbereifung auf der Hinterachse. Gefällt mir optisch, als auch größenmäßig am besten. Außerdem kann man im Superhochdach ohne weiteren GFK-Aufbau ein Dachbett realisieren, was uns genau entgegenkommen würde. Leider sind genau diese Versionen, mit Superhochdach und langem Radstand gesucht und daher selbst mit ordentlich Kilometern noch verhältnismäßig teuer. Nach einigen Recherchen im Netz bin ich zwar noch nicht von dem Auto abgekommen, aber auch nicht mehr soooo davon überzeugt. Grund sind die ausgeprägten LKW Fahrkomfort- und Geräuscheigenschaften. Wir wollen zwar einen großen Kasten, aber er soll sich möglichst nicht wie ein 7,5-Tonner fahren, sondern eher PKW-like. Was also machen?

Mercedes Sprinter oder das Derivat von VW? Wir suchen also nach einem langen und hohen Crafter oder Sprinter neueren Baujahres mit ordentlich Leistung. Alles was bis 20k€ angeboten wird, hat den ersten Unfall schon hinter sich, kommt aus Spanien oder Portugal mit Dellen ohne Ende oder hat "...erst 75.000km auf der Uhr, aber leider fehlt das Serviceheft, genau wie alle anderen Unterlagen zum Fahrzeug...". Hmmm, Alternativen?

Altes Sprintermodell bzw. VW LT. Auch wenn einige Leute davon abgeraten haben wegen Korrosionsschäden und der Innenraumbreite, die beim alten Sprinter bzw. LT doch sehr beschränkt ist (ist das schmalste Auto in dieser Größe), suchen wir nach einem tauglichen Auto. Wir fahren kreuz und quer durch Deutschland, besuchen Händler, Markenniederlassungen und Privatleute. Nix zu machen. Entweder fehlt Leistung, Nachweise über die Laufleistung oder es werden Unfallschäden am Telefon verschwiegen, die dann später am Fahrzeug ziemlich offensichtlich sind. Schade um die Zeit und vor allem schade um genau diese Autos, die unseren Vorstellungen am nächsten kamen. Klima, Standheizung, Differenzialsperre, beheizte Spiegel, langer Radstand, mindestens 150PS, <100.000km, unfallfrei, möglichst rostfrei und 4,6t zulässiges Gesamtgewicht mit langer Hinterachse stand im Lastenheft. Nach und nach strichen wir eins nach dem anderen raus. Aber selbst da war in Deutschland nix zu machen. Ein Mercedeshändler sagte mir einmal: "Von ihrem Auto gibt's genau EINES in Deutschland zu kaufen - und das eine wollen sie nicht bezahlen, denn dafür bekommen sie schon einen vergleichbaren NCV3 (neuer Sprinter)."

Also was sollten wir machen? Ich dehnte einfach die Fahrzeugsuche auf die an Deutschland grenzenden EU-Länder aus und suchte diverse Internetplattformen nach unserem Wunschfahrzeug aus. Nach einigen weiteren Wochen der intensiven Suche und vielen Angeboten ohne das entsprechende "WOW-Gefühl" fand ich im Oktober 2009 endlich einen VW LT46 mit relativ wenigen Kilometern aus dem Jahre 2003 für einen guten Preis. Das Auto stand in Holland, direkt hinter der Grenze bei Aachen. Nach kurzer Abstimmung mit einem Kollegen aus Holland, der mir für den Fall, daß die Kommunikation weder auf Deutsch noch auf Englisch klappen sollte, zur Seite stehen sollte, hab' ich beim Verkäufer angerufen. Zu meiner Verwunderung sprach er perfektes Deutsch und all meine Sorgen waren passé. Er erklärte mir, daß das Auto als Kart-Transporter mit kleiner Werkstatt genutzt wurde und ursprünglich mal von Jos "the Boss" Verstappen konfiguriert und gekauft wurde. Also Termin ausgemacht, hingefahren, angeguckt, probegefahren und zum nachdenken wieder nach Hause gefahren. Nach weiteren 2 Tagen hatten wir uns dann endlich für das Auto entschieden und so mußte ich ihn jetzt nur noch das Auto nach Hause holen. Der Verkäufer bot sich an, den LT zu uns nach Frankfurt zu bringen - das sei kein Problem. Okay, gerne doch.