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Bastelstunde #1:

Nun endlich ist es soweit. Nachdem unser LT46 hohlraumkonserviert ist, der Lack gereinigt und versiegelt wurde und noch weitere kleinere Arbeiten ausgeführt wurden, geht's nun an die ersten richtigen Modifikationen:

Tempomat einbauen:

Grundsätzlich kann ich hierfür das Sprinter- / LT-Forum ausnahmslos empfehlen. Der Hilfesuchende wird nicht nur bei Fragen zum Tempomaten fündig, sondern eigentlich für alle Arbeiten und Umrüstungen rund um Transporter von Mercedes und VW. Mit den Informationen aus dem Forum im Kopf, bin ich also zum VW-Händler gestiefelt und wollte anhand meiner Teileliste die notwendige Bestellung loswerden. Doch anstatt mich mit offenen Armen zu empfangen, wollte mich der erste Händler zu Mercedes verweisen (O-Ton: "Das is ja eh ein Sprinter mit VW-Zeichen vornedran...") und der nächste Händler weigerte sich komplett, mir Teile verkaufen zu wollen, denn schließlich gäbe es keinen Nachrüstsatz und VW würde das alles nicht freigeben... . Mit solchen Resonanzen hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet und versuchte noch zwei weitere Anläufe. Beim Autohaus Luft in Eschborn fand ich dann endlich jemanden, der mir ohne größere Hürden die Teile bestellen wollte und vor allem auch jemanden - und das stellte sich als ebenso großes Problem bei Anfragen im Hause VW heraus - die Freischaltung im Steuergerät vornehmen wollte. Nach ein paar Tagen ging's dann also an den Einbau von Hebel und Kabel. Genau hier half mir dann das o.g. Forum wieder weiter, denn an den Stellen, wo laut Einbauanleitung das Steuergerät zu finden sei, war beim besten Willen nichts zu finden. Bei den neueren LTs mit großem Motor sitzt das Steuergerät nämlich in der Mittelkonsole auf der Serviceklappe zum Motorraum (direkt vorm Schalthebel). Nun nur noch die Kabel in der richtigen Reihenfolge in den Stecker vom Motorsteuergerät einstecken und die Arbeiten waren erledigt - dabei beachten, daß die Reihenfolge beim LT anders ist als beim Sprinter. Bei Fragen zum Anschluß stehe ich gerne zur Verfügung. Auch hier nochmal vielen Dank an die Leute im Forum!

 

Das erste Fenster:

Womit bringt man die freien Tage über Weihnachten am besten rum, wenn man aus verschiedenen Gründen gerade nicht in den Skiurlaub fahren kann, sondern zu Hause bleibt? Richtig: mit Lektion II am Kastenwagen, der irgendwann mal ein Wohnmobil werden soll. Fenster könnte man gut gebrauchen. Der erste Blick geht natürlich in die einschlägigen Kataloge und zum großen Auktionshaus im Internet, welche Fenster für welchen Preis angeboten werden. Anschließend sucht man Alternativen und stellt fest, daß für den Kastenwagenausbau eigentlich an Dometic Seitz kein Weg vorbei führt, denn schließlich kommt man mit Echtglasfenstern, die für große Expeditionsmobile gemacht sind, massemäßig in Regionen, die für den Kastenwagen zum Problem werden können. Leider liefert Dometic Seitz ausschließlich die Standard S4-Fenster an Endkunden. Alle anderen Serien, die teilweise wesentlich hochwertiger sind und optisch als auch größenmäßig (hierbei besonders die Tiefe) wesentlich ansprechender sind, werden ausschließlich großen Serienherstellern zur Verfügung gestellt. Anfragen bei Seitz brachten leider auch keinen Aufschluß darüber, welche Politik dahinter steht bzw. ob es nicht vielleicht doch Möglichkeiten gäbe. Also müssen wir uns mit S4 zufrieden geben und diese auf unsere Bedürfnisse abändern - dazu aber später.

Kurz nach Weihnachten ist es also endlich soweit - die ersten Fenster treffen ein und ich kann mich an den ersten Schnitt ins Blech wagen. Messen, anzeichnen, nochmal messen und zur Sicherheit lieber noch einmal messen, daß auch wirklich alles stimmt. Dann endlich bohre ich das erste Loch in der Ecke, um die Stichsäge durchs Blech zu bekommen. Innen habe ich alle Hohlräume mit Folie abgedeckt, daß sich auch wirklich keine Metallspäne ihren eigenen Weg in unzugängliche Ecken suchen können und dann auf lange Sicht Rost verursachen. Außen habe ich neben die Schnittkante einen breiten Streifen Klebeband geklebt, um den Lack mit der Auflagefläche der Stichsäge nicht zu beschädigen. Dann ging's los. Zuerst ein wenig Herzflattern, dann völlig entspannt, denn nun war's eh zu spät. Ich habe bis in die Ecken (leichte Rundungen) gesägt, dort aber einen winzigen Streifen stehengelassen, um dem Blech noch etwas Halt zu geben, solange es noch nicht komplett herausgeschnitten ist. Als es dann endlich raus ist und ein Loch von 1000x500mm klafft, geht die Arbeit erst richtig los. Kanten entgraten und gegen Korrosion konservieren. Nochmal konservieren und nochmal konservieren. Vorher aber besser mal testen, ob das Fenster auch wirklich in das Loch paßt, sonst fängt man nämlich noch einmal von vorne an.

Anschließend muß noch ein Hilfsrahmen unter Zuhilfenahme der beigefügten Einbauanleitung gebaut werden, denn dort stehen die Rahmenbreiten bei angedachten Wandstärken beschrieben und ebenso die zu verwendenden Schraubenlänge, die sich ja entsprechend der Rahmenstärke ändert. Beim Bau des inneren Hilfsrahmens ist unbedingt die Krümmung der Karosserie zu beachten, sonst gibt's hinterher deutlich sichtbare Spannungen im Bereich des Fensterrahmens - schaut mal auf Messen genauer hin. Bei schmalen Fenstern stellt dies kein großes Problem dar, denn die Krümmung ist leicht über die Dichtmasse und die Dichtung auszugleichen. Bei 500mm Höhe ist aber durchaus Vorsicht geboten. Innen habe ich also meinen Holzrahmen auf der Blechseite an die Krümmung angepaßt, auf der Innenrahmenseite ist er plan geblieben, um dem Innenrahmen eine glatte Abstützung zu liefern. Außen mußte ich mit Kunststoffstreifen einen ähnlichen Rahmen bauen, der den Ausgleich zwischen flachem Fenster und gebogenem Blech liefert. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man zum "üben" erstmal mit einem flacheren Fenster anfangen, da stellt sich das Erfolgserlebnis schneller ein und beim großen Fenster klappt's dann wie von selbst. Diese Erkenntnis kam bei mir nach dem Einbau des größten Fensters... .

Wenn die Hilfsrahmen innen und außen passend angeklebt sind, wird das Fenster mit Butyl oder einer anderen dauerelastischen Massen eingesetzt (keinen Scheibenkleber oder Sika 252 nehmen - im Falle eines notwendigen Austauschs bekommt man das Fenster nur noch mit ner Flex aus dem Auto). Spricht zwar für den Kleber, aber wer will sich im Reparaturfall schon gerne für ein wesentlich größeres Fenster entscheiden müssen, was u.U. gar nicht mehr paßt? Also lieber dauerelastisch und mit weniger Klebefestigkeit. Anschließend von innen noch den Rahmen verschrauben und außen die Abschlußkanten geradeziehen. Auch hier hilft ein Streifen Klebeband am Fensterrahmen und am Fahrzeugblech, eine schöne, gerade Kante zu ziehen.

Das Loch ist drin - hoffentlich fällt das Fenster nicht durch

Hilfsrahmen innen und außen gut erkennbar

Fenster eingesetzt mit Butyl, aber noch nicht fertig