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Einbau weiterer Fenster:

Nachdem nun unser LT sein neues Dach bekommen hatte und das erste Fenster in der Wand war, habe ich mich frohen Mutes an neue Herausforderungen gewagt. In die Seitenwände mussten weitere Fensteröffnungen geschnitten werden und auch von oben sollte Licht ins neue Heim einfallen.

Mit einer Gesamthöhe von 2,98cm kratzen wir aber bereits jetzt an der gesetzten Maximalhöhe von 3,0m, mit einer zusätzlichen Dachhaube würden wir diese dann knacken. Das möchte ich unter allen Umständen vermeiden. Also bleiben nur Seitenfenster übrig, denn eine isolierte Dachhaube, die nur wenige Millimeter aufbaut, habe ich bisher nirgends finden können. Alles was es im Bootszubehör in dieser Richtung gibt, ist leider nicht isoliert und daher für unsere Zwecke nicht brauchbar. Eine Tropfsteinhöhle möchten wir nämlich nach einer kühlen Herbstnacht nicht bewohnen müssen.

Aber welche Seitenfenster nehmen? Unser GFK-Dach entpuppt sich plötzlich als schwierig individualisierbar, denn es besitzt seitlich ansteigende Lichtkanten, die zwar optische Leichtigkeit ausstrahlen, uns aber die Fensterauswahl extrem einschränkt. Es gibt im vorderen Teil und auch am Heck oberhalb der Türen keine geraden Flächen, die höher als 28cm sind. Genau da sollen aber Fenster zur Belüftung hin. Kurze Nachfrage bei Polyroof bringt etwas Entwarnung. Die Firma ParaPress stellt Fenster her, die isoliert sind, kleiner als die von Seitz sind und genau in die Flächen unseres Dachs passt. Also schnell mal zwei Stück bestellt um zu schauen, wie sie in Natura aussehen. Leider gibt's die Fenster nur in Kleinserie exklusiv für Polyroof mit schwarzem Rahmen und grauem Kunststoff - alle anderen auf dem Markt erhältlichen sind braun / braun. Ein Problem der ParaPress-Fenster ist, dass sie einen Alurahmen besitzen, der eine massive Kältebrücke zwischen Außen- und Innenluft darstellt. Eine optimale Lösung scheint es also nicht zu geben. Also nutze ich nur ein flaches, breites Fenster für's Heck, da bleibt noch Platz für die dritte Bremsleuchte und die Rückfahrkamera und an die Seiten kommen optimierte Seitz-Fenster in 500x300mm.

Da diese 500x300 S4-Fenster nicht über die horizontal verlaufenden Kanten überstehen sollen, müssen sie von innen verbaut werden. Vorher sollten sie aber im oberen Bereich etwas abgeschnitten werden, um möglichst weit oben in der Dachkrümmung montiert werden zu können. Dabei sollte aber soviel Rand stehenbleiben, dass dem Kleber noch ausreichend Fläche zur Verfügung steht um zu dichten und zu kleben. Den Fensterausschnitt habe ich mit einer Säge ausgeschnitten, die nur eine rotierende Pendelbewegung ausführt. Von Stichsägen und Kreissägen sollte man beim Aussägen von GFK Abstand nehmen, will man keine Ausrisse oder Spannungsrisse riskieren. Solche rotierenden Pendelsägen finden teilweise auch in der Medizintechnik Anwendung, um Gips zu zerschneiden - vielleicht kennt sie ja jemand von gebrochenen Beinen oder Armen.

Als endlich alle Löcher im Dach waren, habe ich die Ränder ordentlich geplant, das Dach von innen angeschliffen und die Rahmen der Fenster möglichst grob angeraut. Dann reichlich Sika 252 auf die Fensterrahmen verteilt und von innen angeklebt. Von außen anschließend noch mit UV-beständigem Sika abdichten und glattziehen. Man bekommt zwar in den nächsten drei Tagen seine Finger ganz sicher nicht sauber, aber wenn man vorher von außen reichlich Klebeband verarbeitet hat, sehen die Klebekanten hinterher wenigstens perfekt aus und man ist den Rest der Reisemobilnutzungsdauer stolz auf seine Arbeit.

Leider existieren aus der Einklebephase keine Bilder. Die Finger waren schwarz vom Sikaflex und es musste hochkonzentriert, schnell und akkurat gearbeitet werden. Vor lauter Anspannung habe ich es daher schlicht und einfach vergessen, noch ein paar Bilder für die Nachwelt zu schießen. Falls es hierzu Fragen gibt, beantworte ich diese aber gerne auf individuelle Anfrage.

ein Loch im Dach

die ersten Schnitte ins GFK sind gemacht - nun muß geschliffen und geplant werden

Loch von innen

hier sieht man schön, wie wenig Toleranz doch bei der Positionierung der Fenster möglich war

Doppelstockbetten sind jetzt schon vermutbar

das untere ins Blech mit Hilfsrahmen eingesetzt - vorher aber Rostschutzversiegelung aufs Blech

Doppelstockbett Fenster innen

und das selbe noch einmal von innen, um den Rahmen zu begutachten

Doppelstockbett unteres Fenster

Rahmen ist drin und kann trocknen; oben sieht man schon den originalen S4-Rahmen am von innen eingeklebten Fenster

Falk bei der Arbeit

hoffentlich paßt nachher auch alles wie vorher gemessen

S4 vorne

Seitz S4-Fenster oberhalb des Hubbetts auf der rechten und linken Seite von innen eingeklebt, um nicht über die Lichtkante des Dachs bauen zu müssen und die optisch ansprechende Form des Dachs nicht zu stören

alle Löcher drin

das erste Bild mit ALLEN Fenstern